Geschichte der Hypnose

Geschichte der Hypnose


  • Sowohl die experimentelle als auch die klinische Hypnoseforschung entwickelten sich gerade in den letzten 30 Jahren erheblich.

  • In der Grundlagenforschung werden die Untersuchungen zur Auswirkung der Hypnose auf Hirnreaktionen immer ausführlicher.

  • Im klinischen Bereich nehmen Effektivitätsstudien der Hypnosewirkungen bei psychischen und psychosomatischen Krankheiten einen großen Raum in der Forschung ein, aber auch bislang klassisch medizinische Bereiche, wie Behandlung von Verbrennungen, Vorbereitung von Operationen und Chirurgie, befassen sich immer mehr mit der Anwendung der Hypnose.

  • Besonders schnell hat sich der Sektor zur Krebsbehandlung und zur psychologischen Beeinflussung des Immunsystems entwickelt.
 
  • Mit erstaunlichen Ergebnissen, hat sich die Methode Hypnose in den letzten Jahrzehnten gleichfalls im Sport, im Coaching Bereich und in der Gesundheitsförderung (Burn-Out Prophylaxe, Stress Bewältigung, Prävention, etc.) als anderen Methoden überlegen bewährt und auch die Kombination von Hypnose mit anderen Methoden findet immer mehr Anklang. Die rasche und nachhaltige Wirksamkeit der Methode Hypnose lässt den Wunsch immer deutlicher werden, die Methode Hypnose im pädagogischen sowie sozialen Bereich, vermehrt einzusetzen. Mal sehen wie lange es geht, bis die  Nützlichkeit der Hypnose auch hierbei offene Tore durchschreiten wird.

  • Von den verschiedenen Methoden haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten eindeutig die so genannte Erickson-Methode und die Kombination von Hypnose mit Coaching oder auch Verhaltenstherapie etabliert. Ihre Verbindung mit Familientherapie, Gesprächstherapie, ist immer selbstverständlicher geworden.
 
  • Derzeit ist noch ein kleiner und mit Sicherheit unhaltbarer Anspruch auf die kompetente Anwendung dieser schnell und nachhaltig wirksamen besonderen Art der Kommunikation (Hypnose), seitens einiger weniger Mediziner und Psychologen wahrnehmbar. Es fehlen jedoch jegliche  Beweise dafür, das die Methode Hypnose nur von Medizinern und Psychologen kompetent und nachhaltig wirksam angewandt werden kann. Nützlich und erstrebenswert ist jedoch die gesunde Distanzierung von Anwendungen der Hypnose, welche lediglich der Manipulation, Unterhaltung (Showhypnose) dienen sowie von der Anwendung der Hypnose durch sogenannte Laientherapeuten und solcherart Ausbildungsinstitute. Sinnvoll und nützlich ist zudem für einen praktizierenden Hypno(se)therapeut (Coach), sich fortlaufend mit der medizinischen und psychologischen Semantik vertraut zu machen, um einer für die Klienten (Patienten) nützlichen Kooperation den Weg zu ebnen.



Geschichte der Hypnose


Frühe Kulturen
Es existieren Berichte darüber, dass Hypnose bereits in China, Indien, Griechenland, in den Serapis-Tempeln in Memphis/Ägypten und auch in den Isis-Tempeln entlang des Nils verwendet wurde. Priester versetzten die Kranken in einen neun Tage dauernden, "magnetischen" Schlaf. Im Traum erschien dem Kranken die Göttin Isis, die ihm Informationen über seine Krankheit und Tips zum Gesundwerden lieferte.

Hypnose der Naturvölker
Berichte von unterschiedlichen schriftlosen Kulturen lassen sehr verschiedene Weisen der Hypnoseanwendungen erkennen.

 

Exorzismus / 18. Jahrhundert
Um das Jahr 1775 begann die Hypnose sich von Ihrem mythisch-religiösen Hintergrund zu lösen. Die drei Hauptfiguren in diesem Ablösungsprozess waren Johann Joseph Gassner (1727-1179), Maximilian Hell (1720-1792) und Dr. Franz Anton Mesmer (1734-1815). Gassner war katholischer Priester und Exorzist, Hell war Jesuitenpater und Astronom, Mesmer war Arzt.
Gassners Karriere begann mit einer Stelle als Landpfarrer in einem kleinen Dorf in der Ostschweiz. Nach einigen Jahren begann er, unter häufigen Kopfschmerzen und Schwindel zu leiden. Er glaubte, dass der Teufel dahinter steckte und begann katholische Exorzismus-Riten anzuwenden. Er war erfolgreich, wandte diese Riten auch auf andere Menschen an und wurde ein sehr gefragter Heiler.
Etwa zur selben Zeit begann der Jesuitenpater Maximilian Hell, Kranke zu heilen, indem er Stahlplatten an Ihre Körper legte.

 

Animalischer Magnetismus
Im Herbst 1775 setzte der bayerische Kurfürst Max Joseph eine Kommission zur Untersuchung der exorzistischen Praktiken ein. Unter den Mitgliedern befand sich auch Franz Anton Mesmer, der durch eine neue Energieform berühmt geworden war, welche er "animalischen Magnetismus" nannte. Er behauptete, eine ungünstige Verteilung dieses Magnetismus im menschlichen Körper bewirke alle möglichen Krankheiten, und er könne das natürliche Gleichgewicht dieses Magnetismus wieder herstellen, indem er mit seinen Händen über den Körper der Patienten streiche.
Mesmer bewies der Kommission, dass Gassners "Exorzismus" nicht ein Kampf gegen den Teufel sei, sondern eine wissenschaftliche Methode. Daraufhin schrumpfte Gassners Patientenzahl, und Messmers Praxis begann zu florieren.
Mesmer am 23. Mai 1734 in Iznang am deutschen Ufer des Bodensees geboren, hatte sein Medizinstudium in Wien abgeschlossen und eine reiche Frau geheiratet. Er wurde immer bekannter mit seinen magnetischen Behandlungen. Seine Partys (damals: "Gesellschaften") waren sehr beliebt und wurden unter anderem auch von der Familie Mozart frequentiert.

Mesmers idyllisches Leben wurde arg gestört, als man ihm einen Skandal im Zusammenhang mit der Heilung eins blinden Mädchens anhängen wollte. Mesmer wurde als Scharlatan verschrien und verliess Wien im Jahre 1778 in Richtung Paris, wo er eine "magnetische Praxis" eröffnete. Sein Erfolg machte ihn einmal mehr berühmt, aber er wurde von den Schulmedizinern noch immer nicht akzeptiert.
Im März 1780 setzte der französische König Ludwig XVI. eine Kommission ein, die Mesmers Heilungen untersuchen sollte. Die Kommission befand, dass die magnetischen Phänomene auf Einbildung beruhten, zweifelte jedoch nicht an Mesmers Heilerfolgen. Trotz diesem Verdikt begann Mesmers Einfluss sich auszudehnen. In verschiedenen französischen Städten wurden sogenannte "Harmonies" gegründet, die Mesmers Methoden propagierten.
Die Französische Revolution setzte Mesmers Praxis in Paris ein Ende. Er verlor sein Vermögen und zog wieder an seinen heimischen Bodensee (Frauenfeld sowie Konstanz und Meersburg). Unterstützt durch eine Rente des französischen Staates, lebte er das ruhige Leben eines Pensionierten, bis er im Alter von 75 Jahren von einem Schweizer Arzt namens Zugenbühl wiederentdeckt wurde. Eine magnetische Klinik in Berlin bot ihm eine Stelle als Direktor an. Mesmer verzichtete im Hinblick auf sein hohes Alter. Das Haus, in dem er am 5. März 1815 starb, dient heute als Meersburger Weinmuseum.

Puységur
Während es in Mesmers Praxis eher laut zu- und herging (die sogenannte "magnetische Krise" bestand aus dramatischen Schüttelkrämpfen und lautem Schreien), erfand sein Schüler, der Marquis de Puységur (1751-1825) eine "stille Krise" oder einen "magnetischen Schlaf", während er - wie Mesmer - ein "baquet" (Holzzuber, der mit Wasser, Eisenspänen und Glassplittern gefüllt war) benutzte. Puységur prägte den Begriff "künstlicher Somnambulismus".

Philippe François Deleuze (1753-1835)
Philippe François Deleuze, ein Jünger Puységurs, war der Entdecker der posthypnotischen Suggestion.

José Custodio de Faria (1755-1819)
Faria, ein portugiesischer Wanderpriester, entdeckte, dass Mesmerismus vom Charakter des Hypnotisanden und vor allem von seinem Willen zur Zusammenarbeit abhing.

John Elliotson (1791-1868)

Elliotson, Chirurgie-Professor am University College of London und Erfinder des Stethoskops, begann Mesmerismus im Zusammenhang mit Schmerzkontrolle zu studieren, was ihn seinen Job kostete.

James Esdaille (1808-1859)
James Esdaille, ein schottischer Chirurg, war verantwortlich für ein Spezial-Krankenhaus in Calcutta/Indien. Er las Elliotsons Buch und vollzog daraufhin mehr als tausend Operationen mit Hypnose als einzigem Anästhetikum (Chemo-Anästhesie gibt es erst seit 1844). Mehr als 300 davon waren schwere Operationen, darunter 19 Amputationen. Die Sterblichkeitsrate bei seinen Operationen sank von 50 auf 5 Prozent. Als Esdaille nach England zurückkehrte, nahm ihm die British Medical Association seine Lizenz weg.

James Braid (1795-1860)
Nach Mesmer begann sich das Verständnis der Hypnose langsam von der "äusseren Kraft" des Hypnotiseurs auf die "innere Kraft" des Patienten zu verlagern. Einer der ersten, der den "magnetischen Schlaf" mit inneren Prozessen des Patienten erklärte, war der schottische Arzt und Chirurg James Braid, der in Manchester/England praktizierte.
Braid war zuerst der Ansicht, dass es sich bei der Hypnose um eine Art Schlaf handelte. Daher nannte er das Phänomen "Neurypnologie" (=nervöser Schlaf) und später "Hypnose", abgeleitet vom griechischen Gott des Schlafes, Hypnos
Kurz vor seinem Tod änderte Braid seine Meinung und erklärte Hypnose als "Konzentration der Aufmerksamkeit und Erhöhung der Einbildungskraft" und wollte den Begriff "Hypnose" durch "Monoideismus" ersetzen. Aber es war bereits zu spät: Die Bezeichnung "Hypnose" hatte sich fest etabliert.

Ambroise A. Liébault (1823-1904) und Hyppolyte Bernheim (1837-1919)

Liébault, ein bescheidener und armer Arzt, der in der Nähe von Nancy/Frankreich praktizierte, begann sich für Hypnose zu interessieren, nachdem er Braids Buch "Neurypnology" gelesen hatte. Er begann, nicht nur funktionelle, sondern auch organische Störungen mit Hypnose zu behandeln. Um nicht als Scharlatan betitelt zu werden, verzichtete er bei Patienten, die sich mit Hypnose behandeln liessen auf sein Honorar. Im Jahre 1895 behandelte Hippolyte Bernheim, ein Professor am Medizinischen Institut in Nancy einen Patienten erfolglos gegen Sciatica, eine Form von Neuralgie.

Der Patient ging zu Liébault, liess sich hypnotisch behandeln und wurde sofort gesund. Bernheim, der eigentlich vorgehabt hatte, Liébault als Scharlatan zu überführen, war augenblicklich fasziniert von der Hypnose. Die beiden begannen, zusammen zu arbeiten und gründeten später die Hypnose-Schule von Nancy. Die Nancy-Schule glaubte, dass Hypnose ein psychologisches Phänomen sei, und dass Symptombeseitigung durch Hypnose harmlos sei.

Jean-Martin Charcot (1825-1893)
Jean-Martin Charcot, der grösste Neurologe seiner Zeit, glaubte, Hypnose sei ein pathologisches Phänomen und nur hysterische Menschen könnten hypnotisiert werden. Seine falschen Annahmen basierten auf Demonstrationen eines belgischen Bühnen-Hypnotiseurs sowie auf der Tatsache, dass Charcot nie jemanden hypnotisiert hatte.
Seine "Salpetrier-Schule" sollte ein Leben lang mit der Nancy-Schule auf Kriegsfuss stehen. Nach Charcots Tod wurde die Nancy-Schule offiziell anerkannt. Hypnose basierte offiziell auf Suggestion und wurde ein effizientes Therapie-Werkzeug.

Pierre Janet (1859-1947)
Pierre Marie Felix Janet, ein Franzose, war Psychologe mit Spezialgebiet "Hysterische Neurose". Er wurde von seinem früheren Lehrer Charcot zum Direktor der Salpetrière, einer psychiatrischen Klinik in Paris, ernannt. Janet behauptete, die Übergänge von höheren zu tieferen geistigen Vorgängen seien fliessen (Bewusstsein - Unterbewusstsein).

Sigmund Freud (1856-1939)
Der Wiener Arzt Sigmund Freud, Begründer der Psychoanalyse, war der erste, der das menschliche Unterbewusstsein wissenschaftlich erforschte. Freud sah allerdings das Unterbewusstsein völlig anders als es ein moderner Hypnotherapeut sehen würde. Für Freud war das Unterbewusstsein eine trübe Suppe von unterdrückten Sexual- und Todestrieben. Seine Fixierung, die vor dem Hintergrund der verklemmten Wiener Gesellschaft heute verständlich ist, war der Grund für viele seiner Schüler und Kollegen (Breuer, Adler, Jung), sich später von ihm abzuwenden.
Freud hatte bei Jean-Martin Charcot Hypnose studiert und sich auch in der Nancy-Schule aufgehalten. Später widmete er sich voll seiner Technik der freien Assoziation und liess die Hypnose fallen. Obschon er sich nie gegen Hypnose ausgesprochen hatte, trat diese durch Freuds enormes Prestige einen Dornröschenschlaf an. Böse Zungen behaupten, Freud habe die Hypnose fallen lassen, weil sie ihm zu schnelle Resultate gebracht hätte, und dass er es vorzog, der reichen Wiener Gesellschaft die langwierige und teure Psychoanalyse zu verkaufen.

Dave Elman
Dave Elman unterrichtete eine geraume Zeit seines Lebens Ärzte und Zahnärzte im Gebrauch von Hypnose. Sein Approach ist das Gegenteil von demjenigen Ericksons. Elman sagte irrtümlicherweise, es kommt einzig und allein darauf an, ob der Hypnotisand Anweisungen befolgen kann. Eine seiner angeblich wirksamen schnellen Induktionstechniken ist sehr autoritär direkt: "Schliesse Deine Augen und tue so, als ob Du sie nicht mehr öffnen könntest. Jetzt zähle von 100 bis 1 abwärts und tue so, als ob du ab 97 alle Zahlen vergessen hättest".  Mit Elmans Technik gingen damals noch 90 Prozent seiner Versuchspersonen in eine somnambulistische Trance, was zu Elmans Lebenszeit des  typischen Befehls-Emfängers, eher noch möglich schien.

Was Elman jedoch noch völlig unbewusst war:

Die Trance allein entscheidet weder über Erfolg noch Nachhaltigkeit der therapeutischen (Coaching) Interventionen.


James, Hull und Estabrooks
Während der beiden Weltkriege sowie des Korea-Krieges erlebte die Hypnose eine Renaissance aufgrund der erfolgreichen Behandlung von Shell-Shock-Opfern (posttraumatisches Stress-Syndrom). Zu nennen sind in diesem Zusammenhang William James, Clark Hull und G.A. Estabrooks. 1955 anerkannte die Britische Ärztegesellschaft die Hypnose als wirksame Therapie. 1958 tat die amerikanische Ärztegesellschaft es ihr gleich, und heute werden Hypnose-Kurse an allen medizinischen Instituten angeboten.

Milton Erickson (1901-1980)

Der amerikanische Arzt und Psychiater Milton Erickson, war wohl eine der wichtigsten Figuren im Kampf um die offizielle Anerkennung der Hypnose als Therapieform. Ericksons Methode hat vor allem zwei hervorstechende Merkmale: Permissive Suggestion und indirekte Suggestion durch Metaphern. Allein durch Erzählen von Geschichten brachte Erickson seine Patienten dazu, in Trance zu gehen. Die gewünschten Veränderungen und Heilungen traten wie durch ein Wunder ein. Seit Erickson wissen wir, dass ein Mensch auch gegen seinen Willen in Trance gehen kann, und dass es gewisse Sprachmuster gibt, welche die Trance vertiefen.

Die moderne Anwendung der Hypnose in der Psychotherapie hat er mitgestaltet und stark beeinflusst. Er hat dafür eigene Erfahrung eingebracht.

  

Der Kampf gegen Krankheit
Entscheidend für diese Karriere war seine schwere Erkrankung. Mit 17 erlitt Erickson Kinderlähmung. Dem Tode nahe überlebte er nur knapp. Völlig gelähmt saß er im Rollstuhl; er konnte sich weder bewegen noch verständigen.
In nur einem Jahr gelang ihm aber das Unmögliche: Er schaffte es, mit Krücken wieder zu laufen. Übermütig unternahm er sogleich eine viermonatige Reise mit dem Kanu auf dem Mississippi und bezwang den Fluss und die eigene Schwäche. Später legte er die Krücken ganz ab.
Die Kinderlähmung suchte ihn nochmals im Alter von 51 Jahren heim. Und auch sonst plagten ihn über Jahrzehnte chronische Schmerzen in Muskeln und Gelenken. Seine körperliche Verfassung verschlechterte sich zunehmend. In den letzten Jahren konnte er sich nur im Rollstuhl bewegen. Dennoch arbeitete er bis zum Schluss unermüdlich weiter.

  

Am Anfang war die Selbsthypnose
Er nutzte die Selbsthypnose, um sein Leid zu bekämpfen. Dabei stellte er fest, dass die hypnotische Trance einen Zugang zu eigenen Ressourcen öffnete. Eine Therapie sollte lediglich auf dem Wege dahin helfen.
Erickson hat seine Forschung weder in eine Theorie umgeformt, noch sich um eine Systematisierung bemüht. Wahrscheinlich lag der Grund darin, dass er in jedem Patienten einen einzigartigen Fall sah. Demnach hätte jeder einer eigenen Theorie bedurft. Gleichwohl kann man aus Ericksons Werk und Nachlass einige Regeln herausformulieren. Seine Methode breitete sich auch in Deutschland aus.

 

In sich selbst suchen
Erickson glaubte, dass nur wir selbst uns helfen können. Jeder trage die Fähigkeit in sich, sich zu verändern und seine Probleme selbst zu lösen. Allerdings realisiere man dies in einer Krise oder Notlage meist nicht. Die entsprechenden Ressourcen seien jedoch im Unbewussten verborgen. Für Erickson glich das Unbewusste einer Schatzkammer.
Auf dem Weg zur Lösung müsse jeder die erworbenen und die selbst gesetzten Barrieren überwinden. Dafür sollten Patienten die gewohnten Muster und Loyalitäten in Beziehungen und in der Familie durchbrechen. Die Lösung des Problems führe somit durch eine völlig neue Ausrichtung.

  

Hypnose als Kommunikation
Erickson verstand Hypnose „als eine komplexe Form der Kommunikation, bei der in verbaler und nonverbaler, direkter und indirekter, expliziter und metaphorischer Weise dem Klienten geholfen wird, seine durch bewusstes Denken und vorbewusste Wertungen eingeengte Flexibilität zu erweitern“.
Er selbst galt als ein virtuoser Erzähler von Anekdoten, Geschichten und Metaphern und schaffte es, seine Patienten in die Trance hineinzureden.

 

Mit Patienten arbeiten
Die Sitzung mit Hypnose diente der Mobilisierung eigener Kräfte des Patienten (KientIn). Um dies zu erreichen, solle sich der Therapeut (Coach) auf den jeweiligen Patienten und dessen Eigenarten einlassen.
Der Patient (Klient)  solle dem Therapeuten als Ganzheit – mit all seinen Charakterzügen und Verhaltensmustern – erscheinen anstatt zu seinem Problem reduziert werden. (eine bis heute bedauerlicherweise noch vorkommende Verirrung in der Diagnose).

  

Verwirren
Erickson hat bewiesen, dass die Verwirrung einen guten Boden für die Bereitschaft darstellt, Änderungen vorzunehmen. Wer in diesen Zustand gerrate, habe schon den ersten Schritt getan. Demjenigen falle es dann leichter, die vertrauten Gewohnheiten zu verlassen und sich in die unwillkürliche Trance zu wagen.

  

Ein Beispiel dafür könnte ein begrifflicher Wirrwarr liefern:
„Um in Trance zu gehen, müssen Sie verstehen, dass Sie verstehen, was Sie unbewusst richtig machen, wenn Sie sich bewusst entschieden haben in Trance zu gehen. Denn Sie wissen nicht, ob Sie bewusst mehr von dem lernen, was Ihr Unbewusstes schon immer richtig gemacht hat, oder ob Sie unbewusst davon lernen, was Sie bewusst immer wieder richtig entschieden haben“.

  

Die Starre umgehen
Um den Widerstand des Patienten zu vermeiden, indem man an der „Fassade“ seiner festen Überzeugungen rüttelt, sollen Suggestionen nur indirekt, beiläufig gegeben werden. Metaphern eignen sich nach Meinung Ericksons besonders für diese Aufgabe.

  

Bescheidenheit
Seine Rolle sah Erickson nüchtern: Nicht der Therapeut (Coach) sondern das Unbewusste des Patienten heilt.
Quelle: Dirk Revenstorf et al., Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin, 2001


 

Werner J. Meinhold, Jg. 1944, Heilpraktiker in München,
u.a. «Das große Handbuch der Hypnose», Ariston 1980.

 

Dirk Revenstorf, Jg. 1939, Prof. für Klinische Psychologie an der Uni Tübingen,
u.a. «Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin».

 

Walter Bongartz, Prof. für Psychologie an der Uni Konstanz,
u.a. «Hypnose - wie sie wirkt und wem sie hilft».

 

Hans-Christian Kossak, Diplompsychologe in Bochum, u.a. «Hypnose» 2004.

 

Albrecht Schmierer, Zahnarzt und Experte für zahnärztliche Hypnose.

 

Prof.Dr.Gunther Schmidt,  Milton Erickson Institut Heidelberg.

 

Tad James "American Board of Hypnotists.

 
Manfred Prior
  Milton Erickson Institut Frankfurt

 

Bernhard Trenkle  Milton Erickson Institut Rotwei


Werner Eberwein     Psychotherapie, Fortbildung, Coaching


Rudolf Corchia
und Michael Bornhauser.
entwickelten gemeinsam die Hypnosetherapie und unterrichteten sie als hochgradig wirksames Holistisches Integrations Modell, mit der Berufs-Bezeichnung dipl.Hypnosetherapeut ©.
Nach dem Ableben von Michael Bornhauser 2007, hat sich Rudolf Corchia vom ehemals gemeinsam betreuten Institut verabschiedet, um das Modell Hypnosetherapie, in der von ihm gegründeten Holistic Fachschule für Gesundheitsförderung «Gesundheitsakademie Schweiz ® » und dem inhaltlichen Kompetenzzentrum, Hypnose Schule Schweiz ®, in geschütztem Rahmen, weiter zu vermitteln.
Im Herbst 2011 erhielt das Modell Hypnosetherapie die verdiente Erweiterung zur Markengeschützten Ausbildung:
« Hypnosetherapie Schweizer Modell ® ». Die Ausbildung findet an mehreren Schweizer Standorten statt.


Richard Bandler und John Grinder

Zwei Amerikaner, der Linguist John Grinder und der Psychologe Richard Bandler, haben in den frühen 70er Jahren drei Therapeuten und deren Methoden eingehend studiert. Den amerikanischen Arzt und Hypnose-Therapeuten Milton Erickson, die Familientherapeutin Virginia Satir und den Verhaltenstherapeuten Fritz Perls. Daraus haben die beiden ein neues, ziemlich grosses Gebiet des Coaching (Psychotherapie) entwickelt, das zum grössten Teil auf einer Art "Wach-Hypnose" beruht. Das raffinierte am NLP sind ansich weniger die Techniken; Das eigentliche Verdienst von Bandler und Grinder besteht aus der radikalen Umsetzung in sofortige Resultate und der Einstellung, die hinter NLP steht:


Wir Menschen haben alle Ressourcen zur Verfügung die wir brauchen, um uns zu ändern.

Ein Therapeut (Coach) unterstützt Klienten (Patienten) lediglich dabei, sich auf ihrer eigenen geistigen Landkarte besser zurechtzufinden.



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