DHS Dach und Fach Verband für Hypnose, Hypnosetherapie, Hypnotherapie 

Dritter Ansatz der Hypnose

 
3. der kooperative Ansatz

Viele Hypno(se)therapeuten (Coaches) unserer Zeit sind der Ansicht, dass hypnotische Ansprechbarkeit einerseits eine Wechselwirkung zwischen Motivationen und Interessen des Patienten (KlientIn) wiederspiegelt, wie  gleichsam auch die Flexibilität und einfühlende Sensibilität des Therapeuten (Coach) und die Stärke des Rapport zwischen Therapeut und Klient.


Der Hauptbegründer dieses Ansatzes der Hypnose war der Arzt und Psychiater Dr. Milton H. Erickson. Fast 60 Jahre lang widmete er sich der psychiatrischen Erforschung innovativer therapeutischer Anwendungen der Hypnose und entwickelte einen wirklich einzigartigen Ansatz.

Der Ansatz von Erickson war in allererster Linie kooperativ:

Hypnose sollte primär das Ergebnis einer Situation sein, in welcher interpersonelle und intrapersonelle Beziehungen auf konstruktive Weise entwickelt werden, um dem Zweck sowohl des Hypnotherapeuten (Coach) als auch des Patienten (KlientIn) zu dienen. Das kann wohl kaum geschehen, so lange man sich an rigide Prozeduren oder fixierte Methoden hält oder auch bestrebt ist, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Die Komplexität menschlichen Verhaltens und seiner zugrundeliegenden Motivationen macht eine Erkenntnis der Vielfalt von Faktoren nötig, die sich in jeder Situation zwischen zwei Menschen ergeben, die gemeinsam etwas tun (1952; in Rossi 1980a, S. 166-167).

Der kooperative Ansatz hebt also hervor, dass am hypnotischen Austausch eine Triade sich gegenseitig durchdringender Einheiten beteiligt ist.

  1. der Hypno(se)therapeut (Coach)
  2. der Patient
  3. die Beziehung zwischen Hypno(se)therapeut (Coach) und Klient (Patient)

 sind es, die als autonome Systeme konzipiert werden und "gemeinschaftlich" zusammenwirken.


Dieser Ansatz betont also, dass Trance immer in einem Beziehungskontext auftritt, in dem weder der Hypno(se)therapeut (Coach) noch der Patient (KlientIn) als voneinander unabhängig betrachtet werden können.

Im Rahmen des kooperativen Kontextes haben Coach (TherapeutIn) und KlientIn (Patient) verschiedene Aufgaben:

Was immer der Part des Coach (TherapeutIn) sein mag, zur Rolle des Patienten gehört der größere Anteil aktiven Handelns - eines Handelns, das sich herleitet von den Begabungen, dem Lernen und der Erfahrungsgeschichte der ganzen Persönlichkeit. Der Coach (TherapeutIn) kann nur führen, lenken, supervidieren und für Gelegenheiten sorgen, dass der Patient die produktive Arbeit tun kann. Damit er das fertigbringt, muss er die Situation und ihre Erfordernisse verstehen, muss den Klient (Patient) gänzlich schützen und in der Lage sein, die ausgeführte Arbeit auch anzuerkennen. Er muss das Verhalten, das sich entwickelt, akzeptieren und nutzbar machen, und er muss Gelegenheiten und Situationen schaffen können, die ein angemessenes Funktionieren des Patienten begünstigen (Erickson 1952; in Rossi 1980a, S. 167).

Der heutige Praktiker der Methode Hypnose kooperiert also einem Prinzip der Utilisation folgend, in dem die Muster des Selbstausdrucks des Klienten (PatientIn) als Basis für die Entwicklung einer zieldienlichen Trance erkannt werden. Dafür sind eher adaptive als standardisierte Instruktionen erforderlich, da der Coach (TherapeutIn) dem aktuellen Verhalten des Klient (PatientIn) folgt und es dann steuert.

Auf diese Weise ist der Weg in die Trance immer einzigartig, ausgehend von den einzigartigen Äußerungen von Coach (TherapeutIn) und Klient (PatientIn).

Trance entwickelt sich, mit anderen Worten, aus einem Erleben zwischenmenschlicher Begegnung, in welcher der Coach (TherapeutIn) sich nach dem Klienten (PatientIn) ausrichtet und dadurch beide Seiten befähigt, empfänglicher füreinander zu werden. 

 

Es lässt sich das Wichtigste wie folgt zusammenfassen:

 

  • Der Kooperations-Ansatz beruht auf Kooperation, Utilisation und Flexibilität.
  • Durch die Technik von Milton H. Erickson werden innerhalb eines komplexen Kommunikationssystems vom Therapeuten (Coach) Methoden strategisch angewandt, um beim Patienten (KlientIn) Mitarbeit in Richtung auf die therapeutischen (Coaching) Ziele aufzubauen. (Stephen Gilligan)

 

 

Die Methoden und Modelle für das Gelingen solcher Prozesse, werden auch in der Schweiz, nur in qualifizierten Schulen und von in der Schweiz ausgebildeten und geprüften Fachkräften unterrichtet.

 

 

Für Fragen und Auskünfte nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf, wir sind gerne für Sie da.

 

 

Wir nehmen uns gerne Zeit für Ihre Anliegen.

 

Kontakt

 

Öffnungszeiten Sekretariat:


Montag bis Freitag
08:00  bis 12:00

13:30  bis 17:30

 


Telefon:  

 

071 891 15 80

 

 

 


weiter

 

 

 

©  Hypnose Dachverband Schweiz


 

DHS Dach und Fach Verband für Hypnose, Hypnosetherapie, Hypnotherapie

Zweiter Ansatz der Hypnose

 


2. der standardisierte Ansatz



Dieser Ansatz findet sich am häufigsten bei Experimentalpsychologen. Anstatt sich auf die Macht des Therapeuten zu konzentrieren, hebt diese Sichtweise den Patienten (KlientIn) als wichtigste Forschungseinheit hervor und nimmt allgemein an, dass die Bereitschaft zu hypnotischen Reaktionen ein dauerhaftes des Patienten bzw. der Versuchsperson ist. Daher kann der Hypnotiseur dieselbe Zusammenstellung standardisierter Kommunikationen unverändert auf verschiedene Personen anwenden.

Mit anderen Worten:

Entweder ist der Patient hypnotisierbar oder er ist es eben nicht; das Verhalten des Hypnotiseurs spielt dabei eine völlig sekundäre Rolle. 

Die einflussreichsten Vertreter des standardisierten Ansatzes waren Akademiker, die Hypnose dadurch zu legitimieren suchten, dass sie sie den strengen Prüfungen der Experimentalpsychologie unterzogen (z. B. Hilgard 1965; Hull 1933). Ihre Bemühungen sind sicher anerkennenswert, denn sie haben die Hypnose davor bewahrt, nur die Rolle einer "Mesmerischen Metapher" (wie bei den autoritären Konzepten) zu spielen, und sie haben dadurch ihr Ansehen in der wissenschaftlichen Gemeinschaft wiederhergestellt. Indem dieser Ansatz jedoch die stillschweigende Annahme der Experimentalpsychologie, das Individuum sei die grundlegende Forschungseinheit, teilte, vernachlässigte er die entsprechende Bedeutung von Kontextvariabeln (etwa die Beziehung zwischen Hypnotiseur und Patient). Und da das Patientenverhalten das interessierende Phänomen war, bemühte man sich, alle anderen Faktoren experimentell zu kontrollieren. Es wurde z. B. viel Arbeit in die Entwicklung standardisierter Induktionsverfahren gesteckt, die auf Schallplatten oder Tonbändern abgespielt werden konnten; dadurch erübrigte sich die Induktion durch den Versuchsleiter und wurde als eine mögliche Fehlerquelle des Experiments eliminiert.

Dagegen ist natürlich an sich wenig einzuwenden. Es wäre sogar recht lobenswert, wenn durch ein solches Verfahren die Mehrheit der Patienten oder Versuchspersonen einen Trancezustand erleben könnten. 



Es wurde jedoch bald offensichtlich, dass nur ein Bruchteil der Patienten auf standardisierte Induktionen hypnotisch reagiert: 15% sind sehr empfänglich, 65% wenig und 20% überhaupt nicht (siehe Hilgard 1965). Diese individuellen Differenzen, verbunden mit der Entdeckung, dass die Ansprechbarkeit einer jeweiligen Person durch standardisierte Tests über verschiedene Zeitpunkte im allgemeinen stabil bleibt (siehe z. B. Hilgard 1965), hatten zur Folge, dass viele Experimentatoren (Hilgard 1965; Shor, Orne, O'Connel 1966) zu der Ansicht gelangten, Hypnotisierbarkeit sei ein Wesensmerkmal, das einige Leute besitzen, andere wiederum nicht.

Wie Hilgard (1965) bemerkte:

Wann immer eine menschliche Fähigkeit gemessen werden soll, erhebt sich die Frage, wie stabil diese Fähigkeit ist, wie überdauernd über die Zeit. Die historischen Studien der Beständigkeit des IQ sind auf dieses Problem gerichtet, und wir sehen uns bezüglich der Stabilität der Fähigkeit, in Hypnose zu gehen, mit der gleichen Art von Problem konfrontiert. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass unter standardisierten Bedingungen' hypnotische Empfänglichkeit ein ziemlich abhängiges Wesensmerkmal ist.

 In diesem Sinn schreibt der standardisierte Ansatz sowohl das Gelingen als auch das Misslingen der hypnotischen Begegnung dem Patienten zu. Der Hypnotiseur ist hierbei weniger wichtig.

Dieser Ansatz weist einige schwerwiegende Verirrungen auf.

Erstens nimmt er an, dass eine standardisierte Induktion, die im Wesentlichen eine Person anleitet, sich zu entspannen und sich verschiedene Dinge vorzustellen, ein geeigneter Weg sei, die allgemeine hypnotische Begabung eines Individuums zu beurteilen.

Es gibt viele Wege, um in Trance zu gehen.
Die Aufgabe des Therapeuten (Coach) besteht also darin, für jeden Patienten (KlientIn) die jeweils geeignetste Induktion zu finden. 



Eine weitere mögliche Verirrung des standardisierten Ansatzes besteht darin, dass er die hypnotische Begabung in Termini von Verhaltensreaktionen auf Testsuggestionen definiert. 

Trance ist in erster Linie eine Erfahrung, (z.B. wie Liebe oder auch Wut), die verschiedene Individuen jeweils unterschiedlich erleben. Niemand würde folgern, ein Mensch  sei wutlos, nur weil er niemanden geschlagen hat, oder auch, er könnte nie verliebt sein, nur weil dieser Mensch verpasste z.B. den Versuchsleiter zu küssen. Dem vergleichbar gibt es hypnotisierte Patienten, die kaum allen Verhaltensanforderungen eines Experiments nachkommen wollen oder können; andere dagegen erwachen aus der Trance, um genau das zu tun (siehe Erickson 1967). Aus diesem Grund zu sagen, diese Menschen sind ohne Fähigkeit, eine Trance zu erleben, kann aus der gegenwärtigen Perspektive nur als ungerechtfertigte Schlussfolgerung erscheinen. 



Eine dritte mögliche Verirrung des standardisierten Ansatzes ist, dass er kaum in genügend ernstzunehmender Weise den Befund zu erklären vermag, weshalb Suggestibilitätsscores durch viele verschiedene Faktoren entscheidend beeinflusst werden können. Zu solchen Faktoren zählen periodisch veränderte Induktionsstrategien (Kubie, Margolin 1944), Medikamente und Drogen (Sjoberg, Hollister 1965), Haltungen (Kroger 1963), Erwartungen (Barber 1969, 1972; Wolberg 1948), die Beschaffenheit der Umgebung (Kramer 1969; Tart 1964), besonderes Training (Blum 1961; Sachs 1971) und Formung (Zimbardo, Rapaport, Baron 1969). Theoretiker, die der Überzeugung sind, hypnotische Begabung sei ein stabiles Wesensmerkmal, erklärten, diese wiederholten Demonstrationen gesteigerter hypnotischer Reaktionsbereitschaft (für einen umfassenden Überblick siehe Diamond 1974) seien zurückzuführen auf eine Verbesserung der Einstellung (Hilgard 1965); das bedeutet, die Patienten würden im Lauf der Zeit williger, sich auf die Hypnose einzulassen. Doch anstatt ihre Theorien angesichts solcher Evidenzen aufzugeben, führten sie Begriffe ein wie Plateau-Hypnotisierbarkeit (Shor, Orne, O'ConneI1966) als Ausdruck der Vermutung, dass jeder Mensch eine obere Grenze für seine hypnotische Begabung habe. Eine Person könne unterhalb dieser Grenze bleiben (was oft, besonders in den ersten Sitzungen, der Fall sei); sie könne sie jedoch kaum überschreiten. 

Diese Zwänge, die der standardisierte Ansatz mit sich bringt, entmutigen Therapeuten (Coaches), den Patienten (Klienten) gegenüber flexibel und anpassungsfähig zu sein (vgl. Dorcas 1963). Sie lassen ausserdem einige Menschen zu der Überzeugung kommen, sie könnten nie eine Trance erleben. 
Die meisten dieser "resistenten" oder "unempfänglichen" Menschen können mit besonderem Training auch eine Trance erleben. 

Damit soll nun aber alles andere als  gesagt sein, dass alle Menschen gleich gut hypnotisierbar wären. Einige Patienten können sofort und tief auf direkte hypnotische Suggestionen reagieren; andere wiederum sind für alle Zeit auf solche Techniken empirisch unansprechbar. Die Erfahrung zeigt, dass sich über diesen Punkt kaum streiten lässt. Anders verhält es sich mit der Frage, ob Individuen, die auf direkte Suggestionen im Rahmen des standardisierten Ansatzes hypnotisch unansprechbar sind, eventuell für flexiblere Hypnosetechniken in einem zwischenmenschlich intensiven Kontext (etwa einer Therapie) sehr wohl empfänglich sein können. Der standardisierte Ansatz antwortet darauf negativ, während die heutige Sichtweise darauf besteht, dass jeder Mensch als Anlage die Fähigkeit besitzt, mit seinem Erleben in eine hypnotische Beziehung einzutauchen. Einzelne Personen variieren enorm hinsichtlich zahlreicher Parameter wie z. B. der Zeit, eine Trance zu entwickeln, den Verhaltensweisen, die sie in der Trance zeigen oder auch ihrer interpersonellen Bedürfnisse während der Trance.

Es ist daher die Aufgabe des Therapeuten (Coach) jene Bedingungen herauszufinden und zu schaffen, die hypnotische Entwicklungen begünstigen.

 

 

weiter

 

 

©  Hypnose Dachverband Schweiz

 

 

Ansätze der Hypnose

Im Zustand der Trance, ausgelöst durch die besondere Art der Kommunikation - Hypnose - unterscheiden sich Verhalten und Erleben des Patienten (KlientIn), vom Verhalten und Erleben, dass für deren Wachzustand charakteristisch ist.


 Obwohl die meisten mit der Methode Hypnose praktizierenden Ärzte, Zahnärzte, Therapeuten und Coaches, dieser allgemeinen Beschreibung zustimmen würden, sind sie sich dennoch oftmals völlig uneinig, wenn es um das Spezifikum der hypnotischen Beziehung geht.



Um ein paar der Differenzen zu verdeutlichen, kann man 3 Ansätze unterscheiden.



1. den autoritären Ansatz

2. den standardisierten Ansatz

3. den Kooperations-Ansatz



3 Ansätze der Hypnose

 



weiter



 

 

 

 

 

 


©  Hypnose Dachverband Schweiz

 

DHS Dach und Fach Verband für Hypnose, Hypnosetherapie, Hypnotherapie

 

Erster Ansatz der Hypnose


1. der autoritäre Ansatz



Die einschränkenden Konzepte des autoritären Ansatzes haben zum Teil deswegen so lange fortgelebt, weil um die Jahrhundertwende die kategorische Zurückweisung der Hypnose durch Sigmund Freud, eine ernsthafte wissenschaftliche Untersuchung der Methode Hypnose für viele Jahre fast unterbunden hat.
 



Die autoritären Konzeptionen haben ihren Ursprung zum Teil in den Schriften historischer Persönlichkeiten wie Mesmer, Bernheim, Charcot und Freud. Obwohl diese Männer verschiedene theoretische Positionen vertraten (für detaillierte Vergleiche siehe Ellenberger, 1970) beschrieben sie Hypnose überwiegend als asymmetrische Beziehung, in welcher der Hypnotiseur (gewöhnlich ein charismatischer Mann) eine im allgemeinen passive Person (gewöhnlich eine Frau) beherrschte. Mit verantwortlich für diesen Irrtum sicherlich auch Charcot, ein Wissenschaftler des späten 19.Jahrhunderts, der die Abgründe der menschlichen Seele erforscht hatte. Sein Spitzname daher auch Napoleon der Neurosen.


Dem Extrem dieses Ansatzes folgend verursacht ein mächtiges Individuum (der Hypnotiseur) mit besonderen geistig seelischen Fähigkeiten (beispielsweise mit direkt autoritären Induktionsformen oder auch einem starken Willen, usw.) dass ein anderes Individuum  in einen relativ passiven Zustand eintritt, in dem er oder sie empfänglich ist für die Suggestionen des Hypnotiseurs. Diese Suggestionen sollen dann Menschen  zwingen, verschiedene Verhaltensweisen zu zeigen, die sie sonst nicht zeigen wollen oder könnten, sei es z.B. wie ein Hund zu bellen oder auch das Rauchen aufzugeben. Im Umkreis dieses Standpunktes wimmelt es von Begriffen und Vorstellungen wie: "ansonsten schläft der Patient (KlientIn) ja weg", "Kontrollverlust",  "Suggestionen einimpfen", usw., wobei solche Vorstellungen selbst zum Teil durch Bücher, Filme und Folklore "eingeimpft" wurden.
 Der autoritäre Ansatz wird besonders bei der Bühnenhypnose (Showhypnose) kommerziell verwertet. Es handelt sich hierbei um Vorführungen in Bars, in Fernsehsendungen, etc. bei denen sich Versuchspersonen freiwillig auf die Bühne melden. Dort wird ihnen zunächst ein Schwall induktiver Kommunikation verabreicht (5-10 Minuten) bevor dann autoritäre Befehle erteilt werden, durch welche die Versuchsperson beauftragt wird ungewöhnliche und oft komische Verhaltensweisen auszuführen, etwa einen Schuh auszuziehen, eine Zahl zu vergessen, sich wie ein Tier zu benehmen, wie ein Marsianer zu sprechen, oder auch mit einem Striptease zu beginnen. Wenn die Versuchspersonen dann zu ihren Tischen zurückkehren, werden sie von Schmeicheleien ihrer jubelnden und verblüfften Freunde überschüttet. In diesem Sinne hat Bühnenhypnose  eine ähnliche Funktion wie eine Flasche Alkohol. Menschen die normalerweise gehemmt sind können sich wild und verrückt gebärden und die Verantwortung dafür können sie dann von sich weisen und sie jemand (dem Hypnotiseur) oder auch etwas (dem Trancezustand) anderem zuweisen.



Dieser direkte autoritäre Ansatz findet auch bei vielen klinischen Hypnoseanwendern Verwendung, wenn auch auf weniger spektakuläre Art. Obwohl Kliniker in einem anderen situativen Kontext arbeiten und andere Intentionen haben (z.B. Menschen zu helfen Veränderung zu erleben) verstehen auch sie Hypnose implizit als einen Vorgang, bei dem sie Kontrolle über die geistig-seelischen Prozesse von Patienten (Klienten) ausüben, um ihnen dann zu befehlen unerwünschte Verhaltensmuster, wie z.B. suchtartiges Rauchen, Essen, usw. zu verändern. Meist haben Anhänger des autoritären Ansatzes positive Absichten und doch leisten sie irreführenden Vorstellungen über Hypnose Vorschub. So wird z.B. oft das Unbewusste als etwas vom Individuum getrenntes dargestellt oder auch als fruchtbarer Boden, in welchen Suggestionen hineingeschrieben werden können. Die Suggestionen haben dann angeblich eine machtvolle Kontrolle über das Verhalten von Patienten (Klienten) und zwingen sie manchmal in einer Weise zu handeln, die mit ihrem bewussten Wollen und ihren normalen Verhaltensgewohnheiten unvereinbar seien. Die möglicherweise unglücklichste Implikation hierbei ist, das der Hypnotiseur  den Patienten in seiner Gewalt habe. Diese völlig irrige Meinung über den Kontrollverlust entmutigt noch heute viele Menschen sich ganz an einem hypnotischen Prozess bewusst zu beteiligen.


Indem also der autoritäre Ansatz nur die Macht des Hypnotiseurs im Blick hat, verpasst er es die Einzigartigkeit jedes Patienten (KlientIn) hinsichtlich ihrer Lernerfahrungen, Überzeugungen, Begabungen usw. zu respektieren und verpasst somit gleichsam auch ihre Fähigkeiten wählen zu können, ob sie sich überhaupt an den Ereignissen in der Hypnose beteiligen wollen. Wie somit leicht erkennbar wird,  ist der autoritäre Ansatz nur von begrenztem Wert für die Entwicklung bleibender therapeutischer Veränderungen. Glücklicherweise wird dieses Modell von Hypnose mit seinen autoritären und direkten Suggestionen allmählich verworfen.

Das ist weitgehend dem zu verdanken, was man als den standardisierten Ansatz bezeichnet.





Weiter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©  Hypnose Dachverband Schweiz